Unsere Martinskirche

Unsere Kirche heißt Martinskirche. Der wuchtige romanische Turm mit seinem architektonisch auffälligen Ineinander von Vier- und Achteck stammt aus dem 11./12. Jahrhundert, das heutige Schiff aus dem Ende des 15. Jahrhunderts, mit späteren An- und Umbauten.

(Eine Beschreibung unserer Kirche durch Michael Scheiberg in der Broschüre des Kirchenbezirks finden Sie HIER / PDF, 86 kB)


Die jetzige Erscheinung des Kircheninneren stammt aus dem Jahr 1956

Foto: Andreas Balko

Altarkreuz

Neben dem frühbarocken Kruzifix von 1636 haben wir seit dem 1. Advent 2000 ein weiteres Kreuz in unserer Kirche, ein neues Altarkreuz, entworfen und geschaffen von der Keramik-Künstlerin Renate Heckmann aus Schwäbisch Hall.

Von gewichtiger, majestätischer Größe und Ausstrahlung lädt es ein zur Betrachtung.

In einem Lied des Evangelischen Gesangbuches (EG 548) heißt es:
Kreuz, auf das ich schaue, steht als Zeichen da;
der, dem ich vertraue, ist in dir mir nah.


Stellt das große alte Kreuz mit dem Korpus des Gekreuzigten, eher die Grausamkeit des Kreuzestodes Jesu vor Augen, so ist das Neue in seiner Schlichtheit wohl wirklich mehr Zeichen und bietet vielleicht auch mehr Möglichkeiten, es sich nahe kommen zu lassen. denn wie es auf den Betrachtenden wirkt und was es ihm oder ihr bedeutet, ist offen.

Kreuz, auf das ich schaue, steht als Zeichen da - Zeichen, wofür?

Als Zeichen der Begegnung von Unten und Oben, von Gott und Mensch, des Menschen, der seine leeren Hände ausstreckt, die in der Berührung durch Gott gefüllt werden. Und diese Berührung wirkt zart und leicht - da scheint noch Luft zu sein, es bleibt Raum.

Auf alten Bildern wird Gott manchmal dargestellt als ein Auge in einem Dreieck, das die Dreieinigkeit symbolisiert. In unserem Kreuz ist es kein Dreieck, aber es fällt nicht schwer, in dieser Öffnung, durch die Licht fällt, das helle Auge Gottes zu sehen, der uns anblickt und uns zusagt: Ich bin dir nah, ich schaue liebevoll und warmherzig auf dich.

Kreuz, zu dem ich fliehe aus der Dunkelheit; statt der Angst und Mühe ist nun Hoffnungszeit.

Ein Kreuz ist immer auch Zeichen des Scheiterns und des Todes, menschlicher Mühe, Vergeblichkeit und Angst. Aber es ist keine verschlossene Wand, ohne Ausweg. Nein, durch das Kreuz hindurch wird Licht sichtbar, das Licht des Ostermorgens, das neues Leben verheißt - Hoffnungszeit.

Kreuz, von dem ich gehe in den neuen Tag, bleib in meiner Nähe, dass ich nicht verzag.

Von Hoffnung getragen können wir das tun - das Dunkle hinter uns lassen und dem neuen Tag entgegengehen, im Vertrauen auf die Nähe Gottes und in der Zuversicht, von ihm gehalten und getragen zu sein.
Die Arme des Kreuzes sind tragfähig und reichen hinein in die neue Welt Gottes.






Wandmalereien im Chorraum

Die kunstgeschichtlich wertvollste Zierde unserer Kirche sind die Wandgemäde im Chorraum die nach dem Urteil von Fachleuten um 1350 entstanden sind.
Lange Zeit übertüncht, wurden sie 1925 wieder freigelegt. Leider blieb manches allerdings verloren, glücklicherweise nicht die Darstellung des sogenannten "Gnadenstuhls" in der Mitte des Chors.
In einer Mandorla thront Gott Vater auf dem Himmelsbogen und hält den gekreuzigten Christus in seinen Händen, und zwischen ihren Häuptern schwebt die Taube als Sinnbild des Heiligen Geistes.

Die Dreieinigkeit in dieser Weise darzustellen, wird in der Kunstgeschichte als "Gnadenstuhl" bezeichnet.

Um die Mandorla herum sind die 4 Evangelisten-Symbole angeordnet: oben links der Engel für Matthäus und rechts der Adler für Johannes, unten links der Löwe für Markus und rechts der Stier für Lukas.

Darunter gut zu erkennen ist ein Heiliger mit dem Krummstab eines Bischofs gegenüber von zwei unbekleideten Gestalten - vermutlich Martin Bischof von Tours im 4. Jahrhundert, Nationalheiliger der Franken und Namenspatron unserer Kirche.

Von den anderen Wandmalereien ist ein Marienbild noch gut erhalten.

Ein weiteres gut erhaltenes Wandgemälde von 1517 zeigt Lorenz Reichlin, den letzten vorreformatorischen Pfarrer Michelbachs zusammen mit einer Frau, mit der er offensichtlich wie verheiratet lebte, denn beide sind umgeben von einer ganzen Schar Kinder. Dass ein katholischer Priester sich und seine Familie in dieser Offenheit in der Kirche darstellen ließ, dürfte wohl einzigartig sein. Lorenz Reichlin war von 1497 bis 1540 Pfarrer in Michelbach.

Zusammen auch mit ihren anderen Schmuckstücken wie der geschnitzten spätgotischen Kanzel aus dem 16. Jahrhundert ist unsere Kirche ein richtiggehendes Kleinod und lohnt einen Besuch!


Die Orgel

wurde von der Orgelbauwerkstatt Plum aus Marbach am Neckar gebaut und im Juni 1991 eingeweiht.
Sie hat sechs Register im 1. Manual, sieben Register mit Tremulant im 2. Manual und vier Pedalregister mit insgesamt 1106 Pfeifen.

Unsere Organisten stellen wir auf einer eigenen Seite vor.

 

Mesnerin unserer Kirche ist Frau Waltraud Rößler, Tel. 0791/42731.
Ihre Stellvertreterin ist Frau Irma Kümmerle,
Tel. 0791/43686

zurück